Wer denkt, in Ostfriesland gäbe es vor allem weite Felder, Küsten, Dünen und wortkarge Norddeutsche, der irrt gewaltig. Auch in kultureller Hinsicht hat dieses schöne Fleckchen Erde eine Menge auf dem Kasten und zwar sowohl die richtig schwere Kost als auch leicht verdauliches für Groß und Klein.
Der zweiten Kategorie ist wohl das Piratenamüseum in Wilhelmshaven zuzurechnen, denn dieses Museum der besonderen Art setzt nicht auf hohe Kunst, sondern auf die nackte Wahrheit aus dem echten Leben. Was dem Besucher geboten wird ist eine Themenausstellung, in der das bunte Leben und Treiben der Freibeuterei mit anschaulichen Erlebnisräumen und Exponaten behandelt wird. Das Museum ist so konzipiert, dass auch Kinder ohne Probleme alles sehen und verstehen können, ist daher für Erwachsene aber keinesfalls uninteressant. Im Gegenteil, oft sind die Mamas und Papas von der Ausstellung sogar noch mehr gefesselt als die Kleinen, weil sie sich in Kindheitstage zurück versetzt fühlen und endlich hautnah miterleben können, was sie so viele Jahre so sehr fasziniert hatte.
Vor allem die vielen Zitate und überlieferten Geschichten aus einer längst vergangenen abenteuerlichen Zeit fesseln die Besucher und ermöglichen viele verschiedene Blickwinkel. Die Ausstellung versteht sich weder als Verteidiger der Piraten, der deren Handeln erklären und rechtfertigen will, noch geht es darum, die Verbrechen dieser Zeit zu verurteilen. Was geschieht ist eine Aufarbeitung dieser Zeit ein Beleuchten der Hintergründe. So bekommen die Besucher ein besseres Verständnis für die sozialen Umstände unter denen der Schrecken der sieben Weltmeere aufblühte und erhalten erstaunliche Einblicke in die Beweggründe der vielen Anhänger der Freibeuter. Das Leben auf einem Piratenschiff wird, mit seinen schönen und schlechten mit den langweilig-praktischen und den abenteuerlich-unglaublichen Seiten, genau so dargestellt, wie es eben war.
Einen großen Anteil nimmt dabei das Leben des in Ostfriesland wohl bekanntesten und überaus beliebten Seeräubers Häuptling Klaus Störtebeker ein, dessen Person bis heute die Gemüter spaltet.
All dies tut die Ausstellung ohne Special-Effects und spektakuläre Animationen. Stattdessen bekommen die Besucher die damalige Realität vor Augen gehalten und geraten mitten in diese hinein. Ohne es zu merken, erlebt man die alten Geschichten hautnah mit und nimmt aktiv am Geschehen des Piratenamüseum teil.
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Die Piraten sind da!
Freitag, 11. Februar 2011Das Blütenfest in Wiesmoor
Freitag, 20. August 2010Immer am ersten Wochenende im September, dieses Jahr vom zweiten bis sechsen September, wird es bunt im beschaulichen Wiesmoor in Ostfriesland. Bereits zum 59. Mal wird in diesem Jahr das norddeutsche Örtchen in ein Blumenmeer verwandelt und so zum Treffpunkt für jung und alt und für Einheimische wie für Touristen aus ganz Deutschland. Allerlei Stände mit Leckerein und Spielen zieren die Stadt und bieten den Rahmen für das 5-tägige Programm des Blütenfestes. Es gibt ein großes Feuerwerk, einen wunderschönen „Blumenkorso“ also eine Art Umzug durch die Stadt, bei dem alle Wagen liebevoll und in den verrücktesten Farben und Formen mit Blumen dekoriert sind und jede Menge weitere Attraktionen, die einfach gute Laune machen. Dazu gibt es spektakuläre Höhepunkte wie einen Fallschirmabsprung und Auftritte bekannter Sänger und Sängerinnen. Die Moderation des diesjährigen Blumenfestes übernimmt Ludger Abeln, der sich sicher schon darauf freut, als Stargast in diesem Jahr die Sängerin Ingrid Peters begrüßen zu dürfen. Fester und beliebter Bestandteil des Festes ist auch die traditionelle Wahl zur Blüthenkönigin. In einer Art Misswahl wird die neue Queen bestimmt und ihr zudem 2 Prinzessinnen an die Seite gestellt.
Die Gäste erwartet ein „Buntes Programm“ mit ganz vielen Blumen, hoffentlich viel Sonnenschein, deftigen Leckerein, guten Getränken, Tanz und Gesang. Die Kleinen fiebern dem „Kinderkorso“ entgegen, während die Älteren vielleicht eher aufs „Dämmershoppen“ spekulieren. Insgesamt ist das Fest vor allem aufgrund seiner fröhlichen, herrlich norddeutsch authentischen Stimmung für Touristen zu empfehlen. Gastfreundlich aber ohne großes Bohei werden Urlauber eingeladen am Fest teilzunehmen und sich beim Stadtfest in der Blumenpracht ungezwungen wohl zu fühlen.